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Article Comparison - Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten - Ausführungsbestimmungen

Kapitel II
Sonderschutz

Artikel 11
Improvisierte Bergungsorte

1) Sieht sich eine Hohe Vertragspartei während eines bewaffneten Konfliktes durch unvorhergesehene Umstände veranlasst, einen improvisierten Bergungsort einzurichten, und möchte sie ihn unter Sonderschutz stellen, so hat sie den bei ihr tätigen Generalkommissar für Kulturgut unverzüglich davon in Kenntnis zu setzen.

2) Ist der Generalkommissar der Auffassung, dass eine solche Maßnahme durch die Umstände und durch die Bedeutung des in diesem improvisierten Bergungsort untergebrachten Kulturguts gerechtfertigt ist, so kann er die Hohe Vertragspartei ermächtigen, den Bergungsort mit dem in Art. 16 der Konvention vorgesehenen Kennzeichen zu versehen. Er hat seine Entscheidung unverzüglich den beteiligten Delegierten der Schutzmächte mitzuteilen, von denen jeder innerhalb von 30 Tagen die sofortige Zurückziehung des Kennzeichens anordnen kann.

3) Sobald diese Delegierten ihre Zustimmung ausgedrückt haben oder wenn innerhalb der Frist von 30 Tagen keiner der beteiligten Delegierten Einspruch erhoben hat und wenn nach Auffassung des Generalkommissars der Bergungsort den in Art. 8 der Konvention aufgeführten Bedingungen entspricht, ersucht der Generalkommissar den Generaldirektor der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, den Bergungsort in das Internationale Register des Kulturguts unter Sonderschutz einzutragen.